Daniel Wosnitza alias Nizza – Foto: Nizza
Daniel Wosnitza alias Nizza – Foto: Nizza

Wer ist Daniel Wosnitza?

Daniel Wosnitza aus Wolfsburg, alias Nizza ist nicht nur ein bundesweit bekannter Rapper, sondern auch ein Mensch mit viel Gefühl und sozialem Engagement. Für ihn geht beides sehr gut zusammen. 

Wenn man einen Interviewtermin mit einem Rapper vereinbart, macht man sich so seine Gedanken, auf welche Art Mensch man treffen könnte. Um es vorwegzunehmen, Daniel Wosnitza sieht nicht wie ein typischer Rapper aus und bezeichnet sich auch selbst lieber als Musiker. Der 34-jährige gebürtige Wolfsburger lebt im Stadtteil Fallersleben und geht tagsüber seinem sozialen Beruf mit sehr viel Leidenschaft und Freude nach. Beim Paritätischen Wohlfahrtsverband betreut er ältere Menschen und hilft ihnen, den Alltag zu bewältigen, vom Arztbesuch über Einkäufe im Supermarkt bis zum Wohnungsputz.

An manchen Tagen fährt Wosnitza das „Essen auf Rädern“ aus, kümmert sich um den großen Fuhrpark oder übernimmt Hausmeistertätigkeiten. Hinzu kommen eine Menge Bürotätigkeiten. Als gläubiger Mensch gefällt ihm an seiner Tätigkeit, dass die Menschen ernsthaft dankbar sind und es auch zeigen. Sie drücken das mit Worten oder Gesten aus und erreichen damit seine Seele, was ihm sehr guttut und hilft, als Musiker gefühlvolle Lieder zu schreiben.

 

Die soziale Ader liegt in der Familie 

Seine Familie hat seinen Berufsweg stark beeinflusst. Mutter und Großmutter sind ausgebildete Pädagoginnen. Zwar entschied sich Wosnitza nach der Schule zunächst für eine Ausbildung zum „Kaufmann im Einzelhandel“. Doch dann absolvierte er  den Zivildienst. Die soziale Arbeit dort machte ihm vom ersten Tag Spaß und er blieb dem Berufszweig erhalten. In der Tätigkeit beim Paritätischen Wohlfahrtsverband sieht einen tieferen Sinn und der Umgang mit den Menschen bringt ihm täglich viel Freude. Aber er hat auch schon traurige Momente erlebt. Vor allem, wenn ein jahrelang vertrauter Patient plötzlich verstirbt, geht ihm das sehr nahe. Auch solche Momente verarbeitet er in seinen Songs.

 

Nach Feierabend übernimmt die Musik das Zepter

Nach der Arbeit beschäftigt sich Wosnitza, dessen Künstlername Nizza sich aus seinem polnischen Nachnamen ableitet, vor allem mit Musik, Kreativität und Geselligkeit. Seine Musik ist sehr facettenreich und drückt sich über viele Musikrichtungen aus, wobei es in erster Linie um deutschsprachigen Rap/HipHop geht. Dennoch lässt er sich inspirieren von Musikgrößen wie Genesis, Beatles, Alan Parsons Project und Supertramp, die alle aus anderen Musikrichtungen kommen.

Wosnitza ist ein Musiker, der mit dem Herzen singt und Songtexte schreibt. Zum Jahreswechsel hat er ein kostenloses Mixtape zum Download bereitgestellt (siehe Infobox) und zahlreiche Musikvideos zur Verfügung gestellt. Er möchte damit die Zeit zwischen  seinem  Debutalbum „Das Leben ist ein Zirkus“ und einem neuen Album, das noch in diesem Jahr erscheinen soll, verkürzen. Das Mixtape sei eher spontan entstanden, erzählt er.  Es besteht aus älteren unveröffentlichten sowie neuen Liedern und wurde mit zahlreichen Gastmusikern aus der Region 38 eingesungen. Das Besondere ist, dass die zehn Songs in zehn verschiedenen Städten von unterschiedlichen Produzenten aufgenommen und abgemischt wurden.

 

Hymne für den VfL Wolfsburg

Als Fan des VfL Wolfsburg kennt man die Nizza-Hymne zur Meisterschaft in der Saison 2008/2009: „VfL Wolfsburg Deutscher Meister“ . Für eingefleischten Fans ist sie legendär. Auch die Idee zu diesem Song entstand damals eher spontan. Als „Herzblut-VfL-Fan“ geht Wosnitza seit mehr als zwei Jahrzehnten zu fast jedem Heimspiel und kennt fast jedes Stadion in der Bundesliga. In den letzten Jahren sind Stadionbesuche etwas seltener geworden, aber sein grün-weißes Herz schlägt höher, wenn sein VfL um Punkte oder ums Weiterkommen im Pokal spielt. Auch wenn er neue Songs komponiert und nach einschlägigen Zeilen für seine Texte sucht, kommen ihm die schönen Momente der Meisterschaft in den Kopf, die seinen Durchbruch ermöglichten.

 

 

Zwar kann er mangels professioneller Plattenfirma nicht auf eine große Reichweite setzen, doch er versteht es, sich zu vermarkten. Das schnelle Geld sei sowieso nicht sein Ziel, sagt er, sondern eher den Menschen ein paar schöne Minuten mit seiner Musik zu schenken. Dass man auch mit dieser Einstellung durchaus professionell arbeitet kann, beweist das sehr emotionale Video „Sie muss gehen“, das als zweite Videoauskoppelung vom Debutalbum „Das Leben ist ein Zirkus“ am 30. Oktober 2014 veröffentlicht wurde. Der erfolgreiche und ausgezeichnete Kurzfilmproduzent Josh Wroe drehte das Video, das in Madrid und Wolfsburg gedreht wurde. Die Spielszenen entstanden mit Schauspielern in Spanien, die Musiksoloszenen von Nizza in Deutschland. Um Beats und Produktion kümmerte sich David Sarfert, der mit seinem Plattenlabel Goldklang in Wolfsburg sitzt.

 

Newcomer des Jahres 

Besonders glücklich ist Nizza über seinen Sieg als Newcomer des Jahres auf rap.de 2015, vor allem, weil so viele Fans für ihn online abgestimmt haben. So etwas habe er noch nicht erlebt, erzählt er. Es habe sich so angefühlt, als würde die ganze Volkswagen-Stadt für ihn abstimmen und hinter ihm stehen.

Außerdem bekam der Musiker dadurch die Möglichkeit einer Videopremiere auf rap.de. Daran arbeitet er noch, denn er möchte der großen Abonnentenzahl auf dem Rap-Portal einen großartigen Song liefern. „Ich habe alle Zeit der Welt, hat man mir bei rap.de gesagt und ich nutze das, um nicht einen 08/15 Song zu produzieren“, erklärt er. Möglicherweise wird es einer aus seinem neuen Album. Sein Produzententeam Simon Börner und Kay Andre Ottinger hat in Braunschweig ein großes Studio eröffnet und ermöglicht Wosnitza, zukünftig auf höchstem Niveau zu arbeiten. Er wünscht sich Musiker, die für ihn ihre Instrumente richtig einspielen und die Songs auf das nächste Level bringen.

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