Helmstedt, Leben & Wohnen

Auf dem Land ist was los! Hereinspaziert ins lebendige Ahmstorf

Gartenbegehung: Gudrun Dähnhardt (links) und Ulrike Janze (rechts) – Foto: Beate Ziehres

Ulrike Janzes Zeit ist begrenzt, als ich sie in Ahmstorf treffe. Für Sonntag hat das 170-Seelen-Dorf aufs Land eingeladen – in die privaten Gärten und Höfe, teilweise sogar in die guten Stuben. Das will organisiert sein. Ulrike Janze hatte die Idee und nun hat sie zu tun: die Kuchenanlieferung in geordnete Bahnen lenken, für Kühlung sorgen, Sitzgelegenheiten für die Gäste aufstellen lassen – und Werbung machen.

„Manchmal heißt es, in Ahmstorf sagen sich Fuchs und Hase ‚Gute Nacht‘“, sagt die Vorsitzende der Helmstedter Landfrauen. Am Sonntag soll es jedoch für einen Tag vorbei sein mit der Ruhe. Ulrike Janze und ihr Organisationsteam hoffen auf gutes Wetter und viel Besuch. Sie wollen den Gästen zeigen, was das Landleben alles zu bieten hat.

Im Dorf leben außergewöhnliche Talente

Seitens der Ahmstorfer ist die Beteiligung jedenfalls überwältigend. Nach einem ersten Treffen im Herbst haben sich die Planungen verselbständigt, erinnert sich Janze. Die 60 Teilnehmer am Treffen haben nicht nur jede Menge Ideen entwickelt, sondern sind auch zur Umsetzung bei der Stange geblieben. Ein Blick ins Programmheft offenbart die ganze Fülle der im Dorf vertretenen Talente.

In der Dorfstraße 9 treffen wir Gudrun Dähnhardt zu Hause an. Wir sollen doch schon in den Garten gehen, lädt sie uns ein. Uns erwartet eine üppige grüne Pracht. Am Sonntag spielen Gudrun und Peter Dähnhardt mit ihrer Band „Ballydesmond“ vor dieser Kulisse Irish Folk und artverwandte Musik.

Lebendiges Dorf im Mittelpunkt

Mit Hinweis auf das Motto des niedersachsenweiten Aktionstags der Landfrauen „Hereinspaziert in lebendige Dörfer und blühende Gärten“ betont Ulrike Janze, dass in Ahmstorf das lebendige Dorf im Mittelpunkt steht. Mit Gärten, die beispielsweise an Tagen der „Offenen Pforte“ teilnehmen, könne man sich nicht messen, meint sie.

Dennoch: Die blühenden Gärten lassen sich nicht leugnen und spielen auch eine Rolle im Programm. So richten beispielsweise die Bewohner der Adresse Dorfstraße 6 einen Kreativgarten ein und zeigen den Besuchern, wie Gestecke und Kränze angefertigt werden. Und in der Dorfstraße 13 gibt es neben Musik von „Searchin the Root“ und „Stimmt so“ Köstlichkeiten aus Giersch. Dieses verkannte Wildkraut wächst in vielen Gärten, wird jedoch häufig als Unkraut bekämpft.

Jetzt besuchen wir noch Hartmut Hasenlust in seiner Werkstatt am Mühlenberg 3. Der gelernte Landmaschinenmechaniker sammelt seit 1995 Modelle. 560 Schlepper- und 150 Landmaschinenmodelle füllen die Vitrinen im Hause Hasenlust. Mähdrescher, Spritzen, Gummiwagen und natürlich Trecker sind Hartmut Hasenlusts Passion.

Winterarbeit: am Trecker basteln

Er erzählt mir von satellitengesteuerten Claas-Mähdreschern mit bis zu 12 Metern Schnittbreite, die in den USA zum Einsatz kommen. Doch auch hierzulande sind die Geräte teilweise nicht mehr zu überschauen und deshalb satellitengesteuert. Ich bin beeindruckt.

Nun holt der Rentner eines seiner Lieblingsmodelle aus der Vitrine: einen 60-PS-Lanz, Baujahr 56, mit einem Figürchen des Unternehmensgründers Heinrich Lanz. Mit weniger als 2.000 gebauten Exemplaren ist das Modell eine Rarität. Doch nicht so rar wie das Original, das nur etwa 1.000 Mal gebaut wurde. Außerdem weiß ich jetzt auch, was Hasenlust im Winter macht: basteln. An einem großen Lanz-Modell aus 133 Teilen, allesamt verschraubt. So klein sind die Schräubchen, dass ich sie ohne Brille kaum sehe. 91 Teile hat er bereits verbaut, vier Bauteile werden monatlich neu dazu geliefert.

Am Sonntag will Hartmut Hasenlust jedenfalls das glänzende Dampfwalzenmodell aus der Vitrine anwerfen. Und wenn ihr ihn fragt, erzählt er euch bestimmt auch, was er als Junge angestellt hat, als eine echte Dampfwalze seinen Weg kreuzte.

Mit Lehm mauern und Fachwerkhäuser dämmen

Weitere Highlights, die ihr in Ahmstorf nicht versäumen solltet: Auf dem Grundstück Dorfstraße 24 bietet Maurermeister Sven „Mauern mit Lehm für Kinder“ an. In der Dorfstraße 15 gibt es Führungen durch ein „Plattspräkerhus“. Im Bastopweg 1 erfahrt ihr von einem Imker alles über Bienen und könnt Honigbier kosten. In der Dorfstraße 37 dreht sich alles um griechische Landschildkröten und in Nummer 38 gewährt die Hausherrin, eine selbstständige Energieberaterin, Einblick ins Thema „Fachwerkhäuser dämmen“.

Das ganze Programm steht zum Herunterladen hier bereit.

1 Kommentar

  1. OTTO HEINRICH BROCK wurde am 29. Dezember 1907 in Wustrow/Hannover geboren, verlebte seine Jugendzeit in Braunschweig, um sich nach dem Kriege im Kreis Gifhorn niederzulassen. In Heiligendorf richtete er sich sein erstes kleines Atelier ein und begann, Intarsienwerke herzu­stellen. Er wurde vorn äthiopischen Kaiser Haile Selassie für besondere künstlerische Leistungen mit einer Goldmedaille und vom Schah von Persien mit einer Schatulle (in Gold und Silber) ausgezeichnet. Brock, der Mitglied der Arbeitsgruppe Kunsthandwerk/Lüneburg ist, hat eine große Zahl von Intarsien für Intarsienliebhaber in der weiteren und engeren Umgebung angefertigt. Auf Ausstellungen und in öffentlichen Bauten sieht man seine Werke. Eine große Einzelausstellung mit 35 Arbeiten wurde in der Bürgerhalle des Wolfsburger Rathauses im Jahr 1960 gezeigt. Hörfunk und Fernsehen übertrugen mehrfach Sendungen über den Intarsiator und seine Arbeiten. Seit Ende 1966 hat 0. H. Brock in Ahmatorf (Kreis Gifhorn) in einem alten Bauernhaus ein kleines Intarsien-Museum und ein Atelier.
    Text Romy Rohds

    Otto H. Brock fertigte auch die Intarsientüren des Sitzungsals im 1 Stock Rahthaus in Wolfsburg in seiner Werkstadt in Ahmstorf so wie das Große Bild Ausritt der Kreuzritter und Verabschiedung 1096-1291

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