Essen & Trinken, Salzgitter

Backen im Mühlengarten – Vergnügen für Kinder und Erwachsene

Frische Brötchen und Brote aus dem Mühlengarten – Foto: Beate Ziehres

Schloss Salder lässt mich nicht los: Ich bin schon wieder da. Doch anders als bei meinem Besuch im vergangenen Jahr, als ich den Eiszeitgarten erkundet habe, herrscht heute quirliges Treiben im Mühlengarten. Denn es ist Mittwoch: Backtag im Museum Schloss Salder. Vor dem historischen Backhaus liegen duftende Brote. Bäckermeister Daniel Mücke hat den Brotteig nach altem Rezept zubereitet und am Vormittag im Brustfeuerofen gebacken.

Optimale Temperatur

Jetzt erklärt er mir, dass der Ofen im alten Backhaus schon am Abend vor dem Backtag mit Buchenholz angeheizt wird, um eine Anfangstemperatur zu erreichen. Morgens wird der Ofen dann – wiederum mit einem Buchenholzfeuer – auf die erforderliche Backtemperatur gebracht.

Selber backen leicht gemacht

Zwischen Mai und September dürfen Besucher in zweiwöchigem Rhythmus ihr eigenes Brot backen. „Wir bereiten einen Brotteig für Roggenmischbrot vor, zu dem die Teilnehmer verschiedene Saaten nach Geschmack zugeben können. Die Erwachsenen dürfen ihren fertig geformten Laib auch selbst in den Ofen schieben“, sagt Daniel Mücke.

Kaum hat der Juniorchef der Bäckerei Mücke aus Lebenstedt den Satz beendet, kommt richtig Leben in die Bude. Denn heute sind die Kinder an der Reihe. Der Seevierteltreff der Diakonie ist von Lebenstedt nach Salder gelaufen, um zu backen. Der Backtag ist Teil des Ferienprogramms.

Backtag auch für Kinder

17 Kinder nehmen strahlend einen süßen Teigling entgegen. „Oh, der ist schön weich“, freuen sie sich und kneten und rollen, was das Zeug hält. Erhard Mücke, der Seniorchef der Bäckerei, erklärt den Nachwuchsbäckern, dass sie formen dürfen, was immer sie wollen. Die reinsten Kunstwerke landen auf dem bereitgestellten Backblech.

Nun müssen die Brötchen, Hörnchen und Zöpfe gehen. Bäckermeister Mücke hat alle Hände voll zu tun, damit der Teig zur Ruhe kommt. Deshalb lenkt er die allgemeine Aufmerksamkeit auf die alte, riesige Teigmaschine mit Lederriemen und demonstriert kurz, dass das Monstrum auch noch funktioniert. Die Kinder sind beeindruckt. Nun geht es in einen Nebenraum der Backstube, in dem sich eine Sammlung alter Küchen- und Backgerätschaften befindet.

Der Fliegenfänger!

In der Vitrine stehen beispielsweise eine alte Teigteilmaschine, ein Brotstempel und Omas Fliegenfänger. Erhard Mücke erklärt den Kindern, warum die Leute schon früher Wert darauf gelegt haben, dass das Brot genau so viel wiegt wie angegeben.

Und mir erklärt er die Funktionsweise des Fliegenfängers: Das Gefäß unter einer Glashaube wird mit Zuckerwasser und einem Stück Fliegenpilz bestückt. Das Zuckerwasser lockt die Fliegen an, diese naschen davon und schwupp, sind sie weg. Weil das Zuckerwasser das Gift des Fliegenpilzes enthält! Jetzt bin ich beeindruckt.

Backen mit verschiedenen Formen

Weiter geht es durch die Sammlung: Tonformen für Eierkranz und alte Backformen für Rehrücken – wer kennt ihn noch? Ich habe ewig keinen Rehrücken gegessen. Jetzt präsentiert Mücke der neugierigen Klientel den gar nicht handlichen Vorgänger des Handmixers: eine historische Schlagmaschine mit Lederriemen, die von einer Wassermühle oder einem Motor angetrieben werden kann.

Während einige Kinder die Osterlinder Bockwindmühle besichtigen, die an den Backtagen geöffnet ist, können andere es nicht abwarten, bis Bäcker Mücke die Gebäckstücke in den Ofen schiebt. Er muss die Kinder ermahnen, auf den langen Stil des Schiebers zu achten. „Ich habe den mal abgekriegt, das hat sehr weh getan“, erinnert er sich. Nun hat er etwas Platz zum Arbeiten.

Goldene Leckereien aus der Backstube

Und dann sind die süßen Brötchen fertig! Goldgelb sehen sie aus und sie riechen verführerisch. Der Duft lockt alle Kinder in die Backstube. Jeder sucht sich sein Stückchen aus, Bäckermeister Mücke verteilt Tüten und die Kinder marschieren glücklich und um eine Erfahrung reicher zurück nach Lebenstedt.

Ich nutze die Gelegenheit, den Kuchen zu kosten, den die Bäcker mitgebracht haben in den Mühlengarten. Meine Wahl fällt auf ein Stück Himbeerkuchen. Hier liegt die Betonung auf Himbeeren! Einfach köstlich! Ich fahre mit dem festen Vorsatz nach Hause, wieder einmal nach Salzgitter zu kommen.

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