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Der schnellste Wolf – Sven Knipphals

Spitzensportler Sven Knipphals Foto: Ingo Bartels

Er ist einer der schnellsten deutschen 100-m-Sprinter aller Zeiten. Sven Knipphals vom VfL Wolfsburg e. V. ist nicht nur schnell, sondern auch ein „Local Hero“, der sich offen zum VfL bekennt und noch ein Jahr als Profileichtathlet nationale und internationale Wettkämpfe absolvieren wird.

Seine Uroma gründete den VfL Wolfsburg e. V.

Schon bei der Gründung des Vereins am 12. September 1945 kommt es zu einem Novum in der deutschen Nachkriegszeit. Neben elf Männern ist auch eine Frau Gründungsmitglied. Irma Dziomba ist für viele Wolfsburger ein bekannter Name, sie war die Uroma von Sprinter Sven Knipphals.

Knipphals gehört zu den schnellsten Sprintern Deutschlands – Foto: Ingo Bartels

Diese Vereinstreue des gebürtigen Hannoveraners, der seit seinem zweiten Lebensjahr in Wolfsburg lebt, erlebt man im Profisport äußerst selten. Im Alter von sieben Jahren begann der heute 31-Jährige mit der Leichtathletik, wechselte aber bald darauf zum Fußball. Richtig los mit der Leichtathletikkarriere ging es somit erst mit 16 Jahren, als sein Trainer Werner Morawietz anfing, ihn beim VfL Wolfsburg e. V. zu trainieren. Bereits seine Familie war dem VfL treu: Oma Christel war Norddeutsche Meisterin im 100-m-Sprint, sein Opa Hansjürgen war Deutscher Meister im Feldhandball sowie Nationaltorwart und sein Vater Jens ein begnadeter Weitspringer, der sechs Mal Deutscher Meister wurde.

Achtschnellster deutscher 100-m-Sprinter

Die schnellste Zeit des Wolfsburger Sprinters liegt bei 10,13 Sekunden auf 100 Metern. Damit ist er der achtschnellste Deutsche der ewigen Bestenliste des Deutschen Leichtathletikverbands (DLV). Bei der Sparkassen-Gala in Regensburg am 6. Juni 2015 lief er seine persönliche Bestzeit bei 1,9 Metern pro Sekunde Rückenwind. Zwei Meter pro Sekunde sind erlaubt. Über die 100 Meter zählt Sven Knipphals deshalb zu den besten Sprintern des Landes, weswegen er seit Jahren zum aktuellen Kader der Deutschen 4 x 100-m-Sprintstaffel zählt.

Auch wenn die deutschen Athleten nicht zur absoluten Weltspitze gehören, zählt die Staffel zu den Geheimfavoriten, wenn es um Medaillenplätze bei Europa-, Weltmeisterschaften und Olympiaden geht. Auch über die 200 Meter geht Sven Knipphals an den Start und schaffte bisher eine Zeit von 20,48 Sekunden, was ihm den 23. Platz in der ewigen Bestenliste beschert.

Sauberer Sport bringt Medaillen

Sven Knipphals steht für einen authentischen Athleten, der eine klare Meinung vertritt. Auch zum Thema Doping hat er sich schon mehrmals in der Öffentlichkeit geäußert und zählt wie seine Sprintkollegen zu den sauberen Athleten, die ohne Substanzen ihre Bestleistungen abrufen. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen, denn Sven konnte bereits einige internationale Erfolge feiern:

100 m
3. Platz Deutsche Meisterschaft (2013)

200 m
Deutscher Vizemeister (2013)

4 x 100-m-Staffel
Vize-Europameister (2014)
Vize-Europameister (2013)

4 x 200-m-Staffel
Bronzemedaille Staffel WM (2015)

Team
Europameister (2017)
Europameister (2014)
Vize-Europameister (2013)

Aber auch in Wolfsburg wurde er bereits 2013, 2015 und 2016 als Sportler des Jahres geehrt und wurde 2013 Leichtathlet des Jahres in Niedersachsen. Bei der Wahl zum Sportler des Jahres in Niedersachsen wurde Sven Knipphals Dritter. Sehr gute Anerkennungen für seine kontinuierlichen Leistungen auf höchstem Niveau.

Noch ein Jahr Profisport

Seit 2001 konzentriert sich Sven Knipphals auf den Profisport und hat sich über die 100-m-Disziplin von 12,39 auf 10,13 Sekunden stetig verbessert und in der deutschen Sprintelite etabliert. Im August 2017 weilte er bei der Weltmeisterschaft in London und musste als Ersatzmann zusehen, wie die 4 x 100-m-Sprintstaffel in der Vorrunde unglücklich ausschied. Damit ist die Saison für ihn beendet. Im Oktober beginnt die Vorbereitung auf die Europameisterschaft, die im Berliner Olympiastadion stattfinden und das absolute Karrierehighlight sein wird. Bereits 2014 durfte er dort beim ISTAF vor 50.000 begeisterten Zuschauern starten und erlebte diese einmalige Atmosphäre hautnah. Gerade bei der EM zählt die deutsche Sprintstaffel zu den Favoriten auf den Titel. Bis dahin sind es noch zwölf Monate, für einen Profisportler noch in weiter Ferne und derzeit nicht wert, daran zu denken.

Dennoch schweifen die Gedanken von Sven Knipphals noch einen Schritt weiter. Nach der EM in Berlin plant der VfL-Athlet ein großes Leichtathletik-Fest im Stadion am Elsterweg, wo seine Karriere einst begann. „Ich plane meine Abschlussveranstaltung in Wolfsburg mit den Topgrößen des Sprints, um dem Wolfsburger Publikum zu zeigen, wie schnell wir Deutschen sind“, sagt der studierte Chiropraktor, der auf eine Zusage von Kumpel Julian Reus hofft, der in der ewigen Bestenliste führend über 100 Meter ist. Die Planungen starten direkt nach der WM und dann hofft er auf tatkräftige Unterstützung vom VfL Wolfsburg e. V., von lokalen Sponsoren sowie den Wolfsburger Bürgern, die zahlreich in das Stadion kommen sollen, um die Leichtathletik zu feiern. Einst kamen aus Wolfsburg eine Vielzahl an Spitzenleichtathleten. Derzeit ist es nur der zweimalige Olympiateilnehmer Knipphals.

1 Kommentar

  1. Sven ist grossartig ,so war sein Vater Jens und meine Schwester Christel Dziomba-Knipphals.ich wohne fuer 55 Jahre in Canada,meine Kinder und Enkelkinder sind alle gute Sportler.wir verfolgen alles von hier am Internet und Face book.wir wuenschen Sven im letzten Profi-jahr alles Gute und viel Erfolg.

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