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Mit Bikini und Badehandtuch: Wir testen die beliebtesten Badeseen der Region, Teil 2

Typisch für unsere Region: weiße Sandstrände, grüner Wald. Hier am Bernsteinsee – Foto: Südheide Gifhorn

Auf geht’s zum zweiten Teil meiner Badeseen-Tour. Wieder bin ich mit Bikini und Badehandtuch in der Tasche quer durch die Region gereist, um die beliebtesten Badeseen zu testen. Das Ergebnis: sehr vielfältige Eindrücke!

Badespaß im Kulturdenkmal – Waldbad Birkerteich in Helmstedt

Das Waldbad Birkerteich in Helmstedt ist genau genommen kein Badesee – aber trägt immerhin den Titel „Teich“ im Namen. Da es noch einige Jahre dauern wird, bis der Lappwaldsee zum Baden einlädt, sehe ich mir heute dieses Freibad an, das immerhin mit einem Sandstrand aufwarten kann.

Sandstrand am Wald – Foto: Marvin Reepschläger

Betrieben wird der Birkerteich vom Förderverein Waldbad Birkerteich e. V., der sich über weitere aktive und passive Mitglieder freut. Das Freibad, das mitten im Lappwald liegt, wurde bereits 1952 eröffnet und gilt heute als Kulturdenkmal. Von Juni bis Ende August ist ab 7 Uhr (montags, dienstags, donnerstags und freitags), um 8 Uhr (samstags, sonntags und an Feiertagen) und um 10 Uhr (mittwochs) geöffnet. Geschlossen wird das Bad außer mittwochs (21 Uhr) um 20 Uhr. Die Eintrittspreise liegen bei 2,00 Euro (Kinder und Jugendliche) und 4,00 Euro (Erwachsene), zusätzlich gibt es weitere Tarife für Familien, Mehrfach- oder Saisonkarten.

Im Birkerteich gibt es eine große Liegewiese, die heute, am bislang heißesten Tag meiner Badeseen-Tour, auch sehr gut belegt ist. Das Bad ist vor allem bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt, was sich im organisch im 1950er-Jahre-Stil geformten Nichtschwimmerbecken widerspiegelt – hier tobt der Bär! Kein Wunder, ist hier doch auch die kleine Wasserrutsche angesiedelt, auf deren Treppe sich schon Schlangen bilden. Hier wird gejuchzt und gekreischt, wenn die Kleinen und Großen zum Teil sogar kopfüber ins Wasser rutschen.

Strand-Feeling neben den Wettkampfbahnen

Das große Becken ist zweigeteilt: Hier gibt es das beheizbare Schwimmerbecken, in dem man fast ungestört die 50 Meter langen Wettkampfbahnen ziehen kann, und durch eine Startblockmauer getrennt das Springerbecken mit den beiden 1er- und 3er-Sprungbrettern sowie dem 5- und 10-Meter-Sprungturm.

Spaß für die Jugendlichen: der Sprungturm – Foto: Marvin Reepschläger

Ich traue mich zwar nicht, den Sprungturm hochzuklettern, doch Marvin, mein Begleiter, geht ganz cool an den Jugendlichen, die sich auf dem Dreier versammelt haben, vorbei und springt hinunter. Es scheint ihm Spaß zu machen, denn sofort geht es wieder hoch und dann hinab.

Ich hingegen wage mich nur auf die Startblöcke und springe ins Schwimmerbecken, in dem ich ein paar Bahnen ziehe. Echtes Strand-Feeling kommt auf, als ich es mir am kleinen weißen Sandstrand auf einem Liegestuhl unter dem Strohschirm gemütlich mache.

Das Waldbad Birkerteich kommt seinem Kulturanspruch übrigens in mehr als nur einer Hinsicht nach, denn hier finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt. So lädt der Förderverein beispielsweise regelmäßig mittwochs zu Konzerten ins Waldbad ein.

Fazit: Auch wenn der Birkerteich kein natürlicher Badesee ist – weil es so ein schönes Waldbad mit außergewöhnlich charmanter Gestaltung ist, kann ich es als Badestätte nur wärmstens empfehlen. Wer Wert auf Spiel und Spaß legt und zudem Kultur mag, ist hier ebenfalls gut aufgehoben.

Naturbad mit ausgezeichneter Wasserqualität – der Fümmelsee in Fümmelse

Meine Rundreise zu den beliebtesten Badeseen der Region endet im Landkreis Wolfenbüttel. Am Fümmelsee, einem Naturbadesee im Ort Fümmelse, komme ich ins Gespräch mit Friedrich Karl Fegert. Fegert feierte schon seinen 90. Geburtstag. Seit über 60 Jahren ist er Mitglied im Schwimmverein und kommt seitdem täglich zum Baden an den Fümmelsee. „Hier ist es einfach herrlich, mit der ganzen Natur um den See“, gesteht er mir.

Das Natur- und Familienbad Fümmelsee ist seit beinahe hundert Jahren im Besitz des Wolfenbütteler Schwimmverein von 1921 e. V. Es ist in den Sommermonaten von Mai bis September von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Die Eintrittspreise liegen bei 1,80 Euro (Kinder und Jugendliche von 3 bis 18 Jahre, Kinder unter 3 Jahren frei) und 3,00 Euro (Erwachsene), es gibt Ermäßigungen, Mehrfach- und Saisonkarten.

Einzigartig in Niedersachsen – nach Aussage des Vereins – ist die natürliche Wasserreinigung des Naturbades durch einen „Pflanzenfilter“ mit rund 7.000 Schilfpflanzen. Hierdurch werden jährlich Bestnoten in der Wasserqualität erzielt – so auch in diesem Jahr wieder: Das Niedersäschsiche Landesgesundheitsamt bescheinigt die ausgezeichnete Wasserqualität mit drei Sternen.

Strandkörbe und Liegen laden zum Verweilen ein

Der See nimmt mit einer Fläche von 13.000 Quadratmetern knapp ein Drittel des gesamten Naturbades ein. Im See gibt es eine Badeinsel und eine schwimmende Wasserrutsche, die Kleinen belustigen sich im abgetrennten Nichtschwimmerbecken mit Wasserrutsche und Wasserpilz. Die Großen entspannen in Strandkörben und auf Lärchenholzliegen.

Riesenrutsche am Fümmelsee – Foto: Marvin Reepschläger

Fazit: Durch die besondere Art der Wasserreinigung, die übrigens von der Hochschule Ostfalia wissenschaftlich begleitet wird, ist der See wohl einmalig. Der Fümmelsee ist für sportliche Schwimmer, die die Natur lieben, genauso geeignet wie für Familien mit Kindern.

Mitten in Braunschweig – der Heidbergsee

Eigentlich heißt es hier „Baden verboten“ – aber weil das Baden dann doch an den Stränden des Heidbergsees geduldet wird, wenn auch auf eigene Gefahr, sehe ich mich heute an diesem Gewässer mitten in Braunschweig um.

Die ehemalige Kiesgrube ist heute das Herz des Heidbergparks und eingebettet in die sanften grünen Hügel der weitläufigen Parkanlage. Der Heidbergsee besteht aus zwei Seen, über die eine Brücke führt und an deren Ufern sich jeweils ein Sandstrand befindet. Am südlichen See mit dem größeren Strand ist der Einstieg ins Wasser extra flach angelegt worden, so können sich auch Nichtschwimmer und Kinder gefahrlos im Uferbereich vergnügen.

Sonnenbad am Sandstrand in der Stadt

Das Wasser ist sehr klar und hat im Uferbereich eine angenehme Temperatur. Weit wage ich mich jedoch nicht hinaus, denn so herrlich die Abkühlung im erfrischenden Wasser auch ist – hier gibt es stellenweise Untiefen, Strudel und sehr kalte Strömungen. Also passe ich wirklich auf und bleibe in Ufernähe, wo sich auch andere Schwimmer tummeln, einige allerdings auch in Neopren, um längere Strecken zurückzulegen. Für einen See mitten in der Stadt hat er mit einer Fläche von 15 Hektar und einem Umfang von 2,7 Kilometern schon eine beachtliche Größe.

Eine Runde Beachvolleyball geht immer am Heidbergsee – Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH / David Taylor

Der schöne Park und die noch schöneren Strände am Heidbergsee locken im Sommer viele Braunschweiger, aber auch Gäste von außerhalb nach draußen. So auch die beiden Moniques, Monique Taubert aus Braunschweig und ihre Freundin Monique aus Halle; beide sonnen sich am Strand, während ihre Töchter am Ufer Sandburgen bauen. „Hier ist es echt schön“, sind sich beide einig.

Vergnügen für Mensch und Tier

Den kleinsten Badegast mit der aber sicher am weitesten entfernten Herkunft treffe ich am anderen Ufer: Nomi tollt im Wasser, lässt es spritzen, schüttelt sich und buddelt danach eifrig im Sand. Sie ist die spanische Mischlingshündin von Kathleen Wöhling, die hier mit ihrem Liebling den sommerlichen Tag genießt. „Wir kommen gerne hierher, Nomi kann sich austoben und liebt das Wasser“, erklärt mir ihr Frauchen.

Fazit: Ideale Bedingungen also für Mensch und Tier, hier am Heidbergsee. Wer sportliche Aktivitäten an Land bevorzugt, kann sich auf dem Beachvolleyballfeld austoben. Am Parkplatz Jägersruh gibt es sogar eine Toilette, damit der Badespaß nicht vorzeitig wegen dringender Bedürfnisse beendet werden muss. Auch wenn das Baden offiziell eigentlich nicht erlaubt und deshalb nur geduldet ist – der Heidbergsee ist für den heißen „Summer in the City“ einfach ideal!

Kleinod in der Südheide Gifhorn – der Bernsteinsee

Endlich Feierabend, also auf an den See. Heute zieht es mich in die Südheide Gifhorn – genauer gesagt nach Stüde. Hier befindet sich der Bernsteinsee, ein wirklich schöner Badesee mit klarem Wasser in ausgezeichneter Badequalität. Er ist etwa 9,5 Hektar groß und entstand beim Bau des Elbe-Seitenkanals, in dessen unmittelbarer Nähe er auch liegt.

Schon auf dem Parkplatz empfängt mich eine besondere Stimmung – die Heidelandschaft lässt grüßen. Hotels, Gastronomie und ein Ferienwohngebiet sind am Bernsteinsee angesiedelt, sodass er auf den ersten Blick gar nicht zu sehen ist. Doch ein großes, gut aufgestelltes Hinweisschild lässt mich schnell die Orientierung wiederfinden und so stehe ich nach wenigen Metern an diesem Kleinod mitten in der Südheide.

Besuchermagnet Bernsteinsee – Foto: Südheide Gifhorn

Der See bietet einen wunderschönen Anblick mit dem dunklen Wald am gegenüberliegenden Ufer als Kontrast zum leicht zum Wasser hin abfallenden breiten weißen Strand. Hier oben, wo ich stehe, gibt es Grillhütten und Kinderspielplätze, der Holzsteg führt zur Liegewiese und es gibt genug Bänke und Tische fürs Picknick. Unten am Ufer stehen Strandkörbe, die ebenso wie Sonnenschirme gemietet werden können. In der Wakeboard-Anlage „cable resort“ ist noch einiges los, hier lassen sich offensichtlich Action-Begeisterte übers Wasser ziehen.

Abendstimmung am Bernsteinsee: entspannt und gemütlich 

Mit meiner Idee, einen entspannten Feierabend am Bernsteinsee zu verbringen, bin ich nicht alleine. Auf dem Handtuch neben mir liegen Marlene Hallerbeck und Friederike Kull, die hier ihren Feierabend genießen. „Wir kommen im Sommer oft und gerne her, es ist so schön ruhig und entspannt“, teilen mir die Mädchen mit. Und so erlebe ich den Bernsteinsee heute Abend auch: chillig und gemütlich, weil er eben nicht so groß ist, aber doch viel Platz bietet. Genau das Richtige, um nach einem anstrengenden Arbeitstag zu entspannen.

Aber auch das Badevergnügen soll nicht unerwähnt bleiben: Das Wasser ist sehr klar und ich kann sogar ein paar Muscheln und kleine Fische auf dem Grund ausmachen. Es geht recht seicht ins Wasser, sodass auch kleine Kinder prima am Strand planschen können, und noch nach etlichen Metern reicht das Wasser erst zum Bauch, was aber zum Schwimmen reicht. Doch man sollte sich nicht täuschen: Der Bernsteinsee ist bis zu 16 Meter tief!

Fazit: Durch den großen weißen und sehr feinen Sandstrand kommt schon fast karibisches Feeling am Bernsteinsee auf. Die entspannte ruhige Stimmung, die einmalige Lage und das sehr klare Wasser mit dem flachen Einstieg sind für Erholungssuchende genau richtig. Naturliebhaber können die heimische Flora und Fauna beobachten, in der Dämmerung sind sogar sechs verschiedene Fledermausarten unterwegs. Aber auch Action-Hungrige und Genießer kommen hier auf ihre Kosten, und zwar mit der Wasserskianlage und durch das umfassende gastronomische Angebot. Der Bernsteinsee ist ein schönes Feriengebiet.

Bade- und Segelparadies in Wolfsburg – der Allersee

Auch in Wolfsburg kann im Sommer in der freien Natur gebadet werden – der Allersee mit seinem schönen und langen Sandstrand lädt dazu ein. Mit seinen 29 Hektar ist er ein bedeutender Teil des Allerparks, dem Freizeitgebiet, das rund um den See angesiedelt wurde.

Schwimmen, planschen, springen

Der Sandstrand des Allersees, der fast ein Viertel des Seeufers ausmacht, lässt Urlaubsträume wahr werden. Hier sonnen sich an den warmen Tagen im Sommer viele Badegäste. Kleine Kinder planschen im flach abfallenden Wasser, die Großen schwimmen ein Stück weiter hinaus. Ziel ist das 40 Meter vom Ufer entfernte Holzfloß.

Weißer Sand, blaues Wasser, blauer Himmel – der Allersee in Wolfsburg – Foto: WMG / Mike King

Ein beliebter Spaß für die Jugendlichen: hinschwimmen, raufklettern, runterspringen. Gleichzeitig pflügen Optimisten (kleine Segelboote) und Windsurfer durch das Gewässer, Seevögel sind am gegenüberliegenden Ufer am Naturstrand zu beobachten. Auch die Sicherheit kommt nicht zu kurz: Die DLRG wacht in Baywatch-Manier am Wochenende über die Badenden.

Dolce Vita mitten in Wolfsburg

Die Wasserqualität des Allersees genügt den höchsten Ansprüchen und ist auch hier, wie bei fast allen von mir besuchten Badeseen, mit drei Sternen exzellent. Doch bevor ich ins Wasser gehe, aale ich mich in der Sonne und genieße das Urlaubsfeeling. Das ist „dolce vita“ pur in Wolfsburg.

Fazit: Am Allersee kann man sowohl einen entspannten Badetag am Strand verbringen – oder, wer es aktiver mag, sich bei sportlichen Aktivitäten wie Beachvolleyball, Disc-Golf, Klettern oder Inlinern auspowern, um sich danach im Wasser abzukühlen. Auch das leibliche Wohl kommt nicht zu kurz: An Grillplätzen oder in den verschiedenen gastronomischen Einrichtungen rund um den See findet jeder etwas für seinen Geschmack. Ob Familien oder Jugendliche, Kinder oder die älteren Semester, am Allersee macht Baden einfach Spaß.

Traumhaft schön: Abendstimmung am Allersee – Foto: Heinrich L. Jens

Lest hier „Teil I unseres Badeseen-Tests: von Isenbüttel bis in den Harz“.

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