Essen & Trinken, Wolfsburg

Gaumenschmaus und Augenweide – ein Besuch im Atelier Café

Das Atelier Café ist ein beliebter Treffpunkt für Besucher. Das freut auch Inhaber Tobias Senft - Foto: Lisa Bertram

Aufgepasst! Hier kommt ein Genießertipp für alle Leckermäulchen: in einem wunderschönen alten Fachwerkhaus in Alt-Heßlingen wohnt das Atelier Café. Der NDR war bereits hier, Zeit Online hat drüber geschrieben, Radioreportagen hat es gegeben und Talkshow-Auftritte. Und sein Besitzer Tobias Senft ist ein Phänomen. Bei einem Besuch konnte ich mich selbst davon überzeugen.

Familie Senft und das Café

Tobias Senft war eigentlich nur zu Besuch in Wolfsburg und auf der Suche nach der St.-Annen-Kirche. Der gebürtige Gifhorner machte eine Spritztour mit seinen Eltern, ihrerseits Architekt und Kunstinteressierte. Nach einigem Suchen fanden die drei die Kirche und entdeckten Alt-Heßlingen, die idyllische Stadtteilperle mitten in Wolfsburg.

Sie kamen an einem alten Fachwerkhaus vorbei, wo zu der Zeit ein Seidentuchatelier untergebracht war. Sofort war ihnen klar: Das ist der perfekte Ort für ein Café. Wenig später baute Vater Senft die über 150 Jahre alte Scheune um, Mutter Senft hängte Kunst an die Wände und Tobias, gelernter Koch, machte sich in der Küche zu schaffen: So eröffneten die drei ihr Atelier Café. Der Plan: wechselnde Kunst und junge Gastronomie in alter Scheune. Das war vor 21 Jahren. „Ein Marathonläufer würde man in der Gastronomie sagen“, erzählt mir Tobias Senft.

Auch Oma packt mit an

Anfangs hat seine Oma den Kuchen gebacken, Mama servierte und Tobias stand in der Küche, ein richtiger Familienbetrieb eben. „Neben VfL-Spielern und Kaffeeklatsch-Stammtischen kommen auch Schulschwänzer auf eine Limo oder Frau Müller von nebenan vorbei“, fasst Senft das Spektrum seiner Gäste zusammen, die es sich im kunstbehangenen Café gemütlich machen oder im traumhaften Innenhof die Zeit bei einem ordentlichen Stück Apfelkuchen verstreichen lassen können.

Seitdem hat sich viel verändert. Leckere Kuchen gibt es zwar immer noch, das Hauptaugenmerk liegt mittlerweile jedoch ganz klar auf dem riesigen Frühstücksbüffet, das Tobias Senft an sechs Tagen in der Wochen anbietet. Außer Dienstag, da ist Ruhetag.

Bestes Frühstücksbüffet Deutschlands

70 Sorten Cerealien, zig Schokoaufstriche, viele Sorten loser Tee, Brötchen aus einer Salzburger Bäckerei, frisches Obst, Aufschnitt, hausgemachte Marmeladen und der eigene Bio-Kaffee, von einer Lohnrösterei für ihn hergestellt – Tobigourmet. Ja, sogar das eigene Wasser, aber dazu mehr. Kurzum: Tobias Senft verwöhnt die Frühstücksgäste tagtäglich und auch dem Feinschmecker-Magazin ist das schon aufgefallen: Es hat das Atelier Café und sein Frühstücksbüffet als eines der besten Frühstücksspots Deutschlands ausgezeichnet. Ab Mittags gibt es im Café übrigens auch ein Mittagsangebot – inklusive legendärer VW-Currywurst.

Eigenes Wasser aus der Region

Tobias Senft reichte das alles nicht. Deswegen brachte er vor drei Jahren sein eigenes Wasser auf den Markt: Tobiquell. „Einfach ein gutes Wasser“, sagt der Gastronom. „Ich wollte ein gutes Wasser produzieren und nichts verschleiern. Tobiquell gibt es nur in Glasflaschen, wir zahlen keine Billiglöhne und die Wege sind kurz – das Wasser wird in Niedersachsen abgefüllt.“ Er sucht sich die Cafés und Restaurants gezielt aus, wo er sein Wasser anbietet. Verkauft sind mittlerweile 303.000 Flaschen. 500.000 sind bis Ende des Jahres sein Ziel.

Die selbstgemachte Marmelade ist einfach zum Reinbeißen – Foto: Lisa Bertram

Rezept – das Tobigelee

Wer demnächst in Wolfsburg zu Besuch ist, sollte Alt-Heßlingens Atelier Café aud jeden Fall einen Besuch abstatten – und dann unbedingt eine der hausgemachten Marmeladen – Tobigelee – probieren. Tobias Senft verrät mir eines seiner Lieblingsrezepte:

Orangenaufstrich mit Rosmarin und Grand Marnier
Rezept für 8 Gläser à 200 ml

2 kg Bio-Orangen
500 g Gelierzucker 2:1
16 kleine Bio-Rosmarinzweige
6 cl Grand Marnier

Die Gläser säubern und mit dem Grand Marnier ausschwenken. Die Orangen filettieren. Zesten der Orangen und Filets mit dem Gelierzucker einkochen. Erst danach die Rosmarinzweige dazugeben und die Gläser gut verschließen.

Ich sage nur, mir hats geschmeckt! Bon appétit!

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