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Hier ist gut sein – Ausspannen im „himmlischen Hotel“ Aussichtsreich in Bad Harzburg

Der Eigentümer des Hotels "Aussichtsreich" Dirk Junicke – Foto: Martina Zingler

Eine Übernachtung im Hotel „Aussichtsreich“ auf dem Burgberg bei Bad Harzburg ist wie Urlaub auf einer Hallig: Wer die Fähre verpasst, respektive die Seilbahn, hat ein Problem. Die letzte Fahrt hoch hinauf auf den geschichtsträchtigen Berg geht um 18 Uhr. Mit einem Bollerwagen fürs Gepäck werden die Gäste vom Haupthaus – dem Plumbohms Echt-Harz-Hotel in Bad Harzburg – in ein kleines Abenteuer geschickt. Wenn die Tagestouristen und Wanderer dann abends wieder ins Tal zurückkehren, haben die Gäste des Aussichtsreich die wunderbare Rundumsicht ganz für sich – und eine paradiesische Ruhe obendrein.

Aussicht über das nördliche Harzvorland – Foto: Martina Zingler

Übernachten unterm Sternenhimmel

Wer möchte, kann sich sein Bettzeug sogar auf die Dachterrasse bringen lassen und direkt unter dem Sternenhimmel übernachten, erzählt mir Dirk Junicke. Die Familie Junicke-Plumbohm ist seit 2007 im Besitz der Hotelanlage in Bad Harzburg, die Großmutter Minna Plumbohm wurde als Namensgeberin auserkoren. „Humortalentiert“ sei die Dame gewesen, meint Junicke. Und habe sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Das Aussichtsreich auf dem Burgberg wird heute von der Urenkelin Sophie geführt. Und der Plumbohm’sche Humor schimmert noch an jeder Ecke durch.

Hier zeigt sich der Schalk. Oma Plumbohm lässt grüßen – Foto: Martina Zingler

Aber das ist nicht die einzige Besonderheit der Hotelanlage. Der Ort hat sein ganz eigenes Flair mit den tausend Jahre alten Überresten der Burg im Rücken und den imposanten alten Bäumen. Die Bergstation der historischen Seilbahn ist nur wenige Schritte entfernt. Blickachsen ins weite Land und auf die nächstgelegenen Harzgipfel leisten ihren Beitrag.

Mit der Geschichte dieses Ortes und der Lage mitten im Nationalpark Harz geht aber auch eine gewisse Verantwortung einher. Dirk Junicke ist sich dessen bewusst. Die Anlage wurde unter Verwendung natürlicher Materialien in gesunder Bauweise errichtet, Kunstwerke geschmackvoll integriert und alles zusammen mit einer zurückhaltenden Gastfreundlichkeit garniert.

Raum für konzentrierte Gespräche

Das Konzept scheint aufzugehen: Immer mehr Menschen suchen die Ruhe auf dem Burgberg, darunter viele Kurzurlauber aus dem Umland. Aber auch Tagungen werden immer beliebter, hier, wo jegliche Ablenkung fehlt und die Natur und die moderaten Wanderwege Raum für konzentrierte Gespräche bieten.

Und nicht zuletzt konnte das Team vom Aussichtsreich vor zwei Jahren den ersten Platz in der VOX-Sendung „Mein himmlisches Hotel“ ergattern. Seit der Ausstrahlung der Sendung kommen auch viele Gäste von weiter her. Einige machen auf ihrem Weg nach Rügen einen Stopp-over im Harz. „Wichtig ist, dass wir authentisch bleiben und unsere Stärken zeigen“, meint Junicke. Und das sind eben jene einmalige Natur in unmittelbarer Nähe, die Harzer Spezialitäten und der regionale Humor.

Aus einer alten Ulme wurde ein Gästebett

Bei einem Rundgang durch das Hotel wird deutlich, welch großen Stellenwert die persönliche, fast familiäre Note hier einnimmt. Die Zimmer sind liebevoll dekoriert – bis hin zum Regal mit alten Büchern und herrlich kreativen Namen wie „Luginsland“, „Götterfunken“ oder „Glückskind“. Mir fällt ein altes Stück Holz in einem der Flure auf. „Das stammt von einer Ulme, die hier auf dem Gelände gefällt werden musste“, erzählt mir Junicke. „Wir haben aus dem Holz ein Bett für eines der Zimmer angefertigt.“ Ein Zeugnis für die Wertschätzung, die hier der Natur und der Historie entgegengebracht wird, finde ich.

Hier ist der Liftboy Bergbahner

Im Restaurant fallen mir die auf Glas geprägten poetischen Auszüge aus dem Grundgesetz auf, die hier wie Kunstwerke an Wänden und Türen platziert wurden. Und auch dem Wellness-Boom wird Tribut gezollt – natürlich mit einem Augenzwinkern: Da wird die alte Zinkwanne mir nichts, dir nichts zum „Heilbad“ umfunktioniert. Und die erholungssuchenden Gäste dürfen wie im Wellness-Hotel im Bademantel ins Schwimmbad fahren – nur dass hier der Pool die Sole-Therme im Tal ist und die Fahrt mit der Seilbahn angetreten werden muss. „Unser Fahrstuhl überwindet 200 Höhenmeter und unser Liftboy ist Bergbahner“, schmunzelt Junicke.

Im „Heilbad“ lebt Oma Plumbohms Humor weiter – Foto: Martina Zingler

Punkt 18 Uhr wird im Aussichtsreich übrigens das Abendessen für die Übernachtungsgäste serviert. Dann heißt es nochmals gesellig beisammensitzen, bevor es wieder so wunderbar still wird auf dem Burgberg.

Welch eine herrliche Stille – Foto: Martina Zingler

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