Arbeiten & Unternehmen, Helmstedt

Wohltat für Jung und Alt – Oasa Salzgrotte bringt Meeresfeeling nach Helmstedt

Ganz entspannt: Oasa-Geschäftsführerin Yvonne Kölling und Inhaber Hans Herbert Sowada – Foto: Jörg Scheibe

Ich entspanne mich auf einer Liege, eingepackt in eine Decke. Um mich herum strahlt ein gedämpftes orange-rotes Licht, die Luft ist ziemlich trocken und 21 Grad warm. Leise plätschert die Sole durch den Reisig, ich höre meditative Musik und Wellenrauschen und atme ganz sanft die Salzluft ein. Irgendwann nicke ich ein und träume vom Meer. Doch ich liege nicht am Nordseestrand, sondern in der Salzgrotte Oasa in Helmstedt. Eine Sitzung dauert 45 Minuten Es ist pure Entspannung, Ruhe und Wellness – und es soll auch noch gesund sein.

Ruhe und Entspannung: Regionär Klaus Sievers in der Salzgrotte – Foto: Jörg Scheibe

Salzgrotte, Massagen und alternative Therapien

Salzgrotten sind im Trend, es gibt sie inzwischen in jedem größeren Ort. Doch die Oasa in Helmstedt bietet mehr: Neben zwei Salzräumen gibt es hier noch verschiedene Arten von Massagen und andere therapeutische Anwendungen. „Etwas Vergleichbares gibt es in der Region nicht“, stellt Inhaber Hans Herbert Sowada fest. Deshalb kommen die Kunden nicht nur aus dem Raum Helmstedt, sondern auch aus Braunschweig, Wolfsburg oder Goslar, sogar aus Hannover, erzählt Geschäftsführerin Yvonne Kölling.

Sowada betreibt eine gut gehende Physiotherapiepraxis in Grasleben nahe Helmstedt. Doch ihm fehlte noch etwas für seine Patienten. „Ich wollte eine alternative Anbindung und Ergänzung zur klassischen Schulmedizin“, berichtet er. Der private Besuch einer Salzgrotte war die Initialzündung. Sowada plante mehr als eine herkömmliche Grotte.

Zunächst stattete er die vor vier Jahren eröffnete Oasa großzügig und mit einem angenehmen Design aus. Drum herum bietet er inzwischen ein ganzes „Gesundheitspaket“, das auf einem ganzheitlichen Ansatz beruht. Ein Besuch der Salzgrotte kann mit Massagen, Yogakursen, Meditationsübungen bis hin zur Osteopathie oder Akupunktur ergänzt werden. Eine Ernährungsberatung ist in Planung.

Massageraum – Foto: Jörg Scheibe

Hilfe bei Asthma, Pollenallergien oder Neurodermitis

Das setzt eine gute Information und Beratung der Kunden voraus – was wiederum nur mit gut ausgebildetem Fachpersonal funktioniert. Yvonne Kölling: „Bei uns arbeiten zwei Physiotherapeuten, eine Wellness-Therapeutin sowie ein Bioenergetiker und Yogalehrer.“ Bei Bedarf werden auch Mitarbeiter der Physiopraxis im nahen Grasleben eingesetzt.

Inzwischen gebe es Ärzte, so Sowada, die Patienten an die Oasa überweisen. Kassen bezahlten vereinzelt bereits Anwendungen. Die Oasa veranstaltet zusätzlich Informationsveranstaltungen und Workshops zu Gesundheitsthemen. „Wir sprechen auch gezielt Betriebe im Raum Helmstedt an“, berichtet Sowada.

Kann denn eine Salzgrotte wirklich Krankheiten heilen, frage ich die beiden. Immerhin sind seit mehr als 100 Jahren positive Wirkungen durch Kuren in natürlichen Salzhöhlen bekannt. Auch frische salzhaltige Meeresluft ist gesund. Salzgrotten bilden gewissermaßen das Mikroklima einer echten Salzhöhle nach.

Salz als Therapie

Es gebe bisher keinen gesicherten wissenschaftlichen Nachweis für eine medizinische Wirkung, räumt Sowada ein. Es gebe nur einzelne Studien. „Salzgrotten können aber zweifellos Beschwerden mildern“, stellt Yvonne Kölling fest. Das können sie und ihre Mitarbeiter immer wieder in der Praxis beobachten.

Salzgrotten helfen vor allem bei Atemwegserkrankungen, etwa bei Asthma oder Bronchitis, bei Allergien (Pollen) und Entzündungen oder bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte. Ganz allgemein stärken Grottenbesuche die Abwehrkräfte des Körpers, ergänzt Yvonne Kölling. Erfolge habe man auch bei der Lungenerkrankung COPD festgestellt. In Kombination mit alternativen Anwendungen könnten Rücken sowie Herz-Kreislauf-Probleme, Stress- und Burn-out-Symptome oder sogar ein Tinnitus im Ohr beseitigt werden, erklärt Sowada.

13 Tonnen Salz aus dem Himalaya

Die Wände der Oasa-Grotte sind mit 13 Tonnen Himalaya-Salz, das aus Pakistan kommt, ausgekleidet worden. Es ist ein wertvolles Natursalz mit einem hohen Eisengehalt, das den Steinen eine warme rötlich-orange Farbe gibt. Auf dem Boden ist Kalisalz aufgeschüttet worden. Die Salzluft entsteht durch zwei kleine Gradierwerke, in denen eine Salzlösung durch Reisig tröpfelt, sowie durch eine Anlage, die aus Sole trockenen Nebel produziert. Die Besucher können es sich in normaler Tageskleidung auf den Liegen bequem machen.

Außerdem gibt es noch eine Solenebel-Kabine, in der der Salzgehalt der Luft mit sechs Prozent doppelt so hoch wie in der Grotte ist. Deshalb ist der kleine Raum auch richtig eingenebelt. „Eine Sitzung dauert hier nur 20 Minuten, weil die Wirkung intensiver ist“, erläutert Yvonne Kölling. Sie kann auch für Einzelsitzungen genutzt werden – so könnten sich beispielsweise Menschen mit Hautproblemen unbekleidet der Salzluft aussetzen.

Gibt es Einschränkungen für Besucher? Yvonne Kölling verneint: „Zu uns kommen Besucher aller Altersgruppen. Meine älteste Kundin war 101 Jahre alt.“ Zu den Besuchern zählen auch Jugendliche und immer wieder Mütter mit kleinen Kindern. Yvonne Kölling: „Eine Erkältung lässt sich bei Babys schnell erfolgreich behandeln.“

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